Mehr Vorteile, mehr Zulassungen: Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst

Mehr Vorteile, mehr Zulassungen: Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst

17. April 2026 / Andreas Kirchner
Nach den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sind allein im März 2026 in Deutschland mehr als 70.000 batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen worden. Das entspricht einem Plus von 66 % im Vergleich zum Vorjahresmonat und zeigt, dass die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen hierzulande weiterhin deutlich an Dynamik gewinnt. Als treibende Faktoren hinter dieser Entwicklung, stehen vor allem eine verbesserte Ladeinfrastruktur, eine wachsende Modellvielfalt und die zunehmende Verbreitung von Leasing- und Finanzierungsangeboten.

Dabei sind viele Modelle gar nicht mal günstig, allerdings nur dann, wenn man den reinen Kaufpreis betrachtet. Insgesamt können Fahrer von Elektrofahrzeugen in vielen Fällen aber von deutlich niedrigeren laufenden Kosten und weiteren finanziellen Vorteilen profitieren.

Elektroautos im Kostencheck: Steuern, Betrieb und Einsparpotenziale

Um einen, in Bezug auf die Kosten, möglichst realistischen Vergleich anstellen zu können, muss man die sogenannten Total Cost of Ownership (TCO) betrachten. Diese umfassen sämtliche Kosten, die während der gesamten Nutzungszeit eines Produkts, in diesem Falle eines Fahrzeugs, anfallen. Der Grund, warum Elektroautos trotz vergleichsweise hohem Kaufpreis oft günstiger als herkömmliche Verbrenner sind, liegt maßgeblich an folgenden vier Faktoren:

1. Steuerliche Vorteile für Privatpersonen und Unternehmen.

Zunächst einmal können Fahrer bzw. Halter von Elektroautos in Deutschland von mehreren steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Reine Elektrofahrzeuge (BEV) sind beispielsweise abhängig vom Zeitpunkt der Erstzulassung bis zu 10 Jahre komplett von der Kfz-Steuer befreit. Nicht nur für Privatpersonen, auch für Unternehmen ergeben sich deutliche steuerliche Vorteile: Während Verbrenner in der Regel mit 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen, liegt der Satz bei reinen E-Autos (bis 70.000 Euro Listenpreis) bei nur 0,25 %. Bei BEV, die über dieser Preisgrenze liegen, sind es immerhin nur 0,5 %.
Mehr Vorteile, mehr Zulassungen: Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wächst

2. Geringere Kosten pro Kilometer

Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus den wesentlich geringeren "Spritkosten", bzw. Energiekosten, insbesondere angesichts der derzeitigen Kraftstoffpreise. Strom ist pro 100 Kilometer meist günstiger als Benzin oder Diesel, insbesondere dann, wenn das Laden zu Hause erfolgt, etwa mit einer eigenen Wallbox oder in Kombination mit einer PV-Anlage.

3. Weniger Wartungen und Reparaturen

Solange man vorausschauend fährt und nicht gerade bei jedem Ein- oder Ausparken einen Kratzer in den Lack oder einen Seitenspiegel / Scheinwerfer beschädigt, sind Elektroautos in vielen Fällen deutlich günstiger, was den Bereich Wartungen und Reparaturen betrifft. Das liegt vor allem daran, dass E-Autos keine klassischen Verschleißteile wie Zahnriemen, Ölfilter, Abgasanlagen und Co. benötigen, was den Wartungsaufwand deutlich reduziert. Zudem sorgt die sogenannte Rekuperation, die Rückgewinnung von Bremsenergie, für einen geringeren Verschleiß der Bremsanlage, was die Wartungs- und Reparaturkosten zusätzlich reduziert. 

4. Jährliche Einsparungen durch THG-Prämie möglich

Bis zu 520 Euro Prämie pro Jahr können sich Fahrer eines Elektroautos sichern - THG-Prämie heißt das Zauberwort und gemeint ist damit der Verkauf von "Verschmutzungsrechten" an Dritte,
quasi die kleine Form des CO₂-Zertifikatehandels der EU. Sie entsteht dadurch, dass eingesparte CO₂-Emissionen von Elektrofahrzeugen zertifiziert und anschließend am Markt verkauft werden können. Die Abwicklung erfolgt allerdings nicht automatisch, sondern muss bei einem spezialisierten Dienstleister beantragt werden, der die Zertifizierung und den Verkauf der Emissionszertifikate übernimmt. Nach dem Verkauf wird die erzielte Prämie (abzüglich einer etwaigen Servicegebühr) an den Fahrzeughalter ausgezahlt. Wichtig zu wissen: Hybride Elektrofahrzeuge sind von dieser Regelung ausgenommen. 

Insgesamt können diese vier Faktoren dazu führen, dass Elektrofahrzeuge trotz höherer Anschaffungskosten über die gesamte Nutzungsdauer wirtschaftlich attraktiver sind als vergleichbare Verbrenner. Die Vorteile gelten allerdings auf Grundlage der aktuellen gesetzlichen Regelungen und können sich durch zukünftige politische oder rechtliche Anpassungen jederzeit ändern. 

Ausblick / Zukünftige Herausforderungen und Chancen

Ob die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren weiterhin zunehmen wird, bleibt vorerst abzuwarten. Zwar sprechen die aktuelle Marktentwicklung und eine zunehmende Modellvielfalt durchaus für ein weiteres Wachstum, allerdings ist die wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland derzeit alles andere als überschaubar. Insbesondere die allgemeine konjunkturelle Lage, mögliche Änderungen bei Steuervorteilen und Förderungen oder auch der Energiepreise können derzeitige Kaufanreize auch schnell wieder zunichte machen. Auf der anderen Seite kann man aber auch davon ausgehen, dass der globale Strukturwandel hin zur Elektromobilität langfristig weiter voranschreiten wird und sowohl regulatorische Vorgaben, als auch der technologische Fortschritt die Entwicklung neuer emissionsfreier Antriebe unterstützen.

Nicht zuletzt ist Elektromobilität nicht als reine Abwägung zwischen Kostenpunkten zu verstehen, sondern vor allem auch als ein Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur nachhaltigen Gestaltung des Verkehrssektors.

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Andreas Kirchner
Andreas Kirchner ist Herausgeber des Magazins bodensee-aktuell.de. Auf unserer Seite stellen wir Ihnen Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, Attraktionen sowie wissenswerte Fakten über den Bodensee zur Verfügung.

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